Die Maasbahn

Blatt 1 Unter dem Namen „Le Meusien“ (Der „Mosaner“, die Maasbahn) wurde ein 203 km langes Bahnnetz mit einer 1-Meter-Spur bekannt,  das zwischen 1878 und 1936 den Süden des Departements „Meuse“ (Maas) bediente. Betrieben wurde es zunächst von der lokalen Gesellschaft der Maas-Eisenbahn, dann durch die „mosanische“ Eisenbahngesellschaft (daher der Beiname „Der Mosaner“) und ab 1922 von der „Allgemeinen Gesellschaft der wirtschaftlichen Eisenbahnen“.

Blatt 3 Die Lokomotive „Suzanne“, eine der seltenen Überlebenden des Netzes der Maasbahn mit der 1.Meter-Spur.Suzanne wurde 1890 gebaut durch die Pariser Carpet-Gesellschaft, im Dezember nach Remigny  geliefert und im Januar 1891 auf der Linie Hironville-Triaucourt in Betrieb genommen. Bis 1914 zählte sie zu den 17 Lokomotiven des Maasnetzes. Danach [im 1. Weltkrieg] trug sie mit über 80 Genossinnen zur Verteidigung  und dem Sieg Frankreichs bei. Nach der Auflösung des Netzes am 1. Januar 1937 wurde sie von einem Unternehmer öffentlicher Bauten erworben. 1941 wurde sie wieder in Dienst gestellt, diesmal von den Deutschen, die sie für den Bau des Atlantikwalls in der Picardie beschlagnahmten. 1945 wurde sie versteigert und von einem Unternehmer aus Saint-Valéry-sur-Somme erworben.  Aber ehe sie unter den Schneidbrenner kam, erfuhr der Verkehrsverein von Bar-le-Duc davon und beschloss, sie zu retten. Am 25. April 1989 kam sie in Bar-le-Duc an. Suzanne konnte also auferstehen und die Maasbahn überleben

Blatt 5  Brief von Bar-le-Duc nach Fontenay-sous-Bois.

Abgangsstempel vom 11. Juni 1918. Auf der Rückseite Ankunftstempel Fontenay vom 13. Juni 1918. Zurück zur Absenderin ohne ersichtlichen Grund. Im Brief ein Foto der beiden Söhne der Absenderin.

Blatt 12. Kanonen und Munition auf den Schienen

Ab Herbst 1914 und bis zur feindlichen Offensive von 1916 wurde die kleine Schmalspurbahn in eine leistungsstarke Linie umgewandelt, um den Nachschub für Verdun und die nördlich davon verlaufende Front zu sichern. Die Maasbahn war die einzige Bahnverbindung mit Verdun, da die Normalspurbahnen unterbrochen waren. Im Februar 1916 war sie  einsatzbereit dank umfangreicher Infrastrukturarbeiten. Die Schienen waren auf rund 78 km verstärkt worden, Brücken verstärkt und Bahnhöfe umgebaut worden. Teilstrecken waren auf zwei Spuren erweitert worden. Alle Bahnübergänge zur „Voie sacrée“ wurden von einer Kavalleriekompanie überwacht. Das Hauptproblem der Maasbahn war der Mangel an rollendem Material. Was das Zugmaterial betrifft, verfügte man nur über etwa 70 leistungsschwache  veraltete Lokomotiven. Seit Dezember 1914 lief in ganz Frankreich die Jagd auf Lokomotiven mit der Spurweite von einem  Meter. Etwa 60 kamen von den verschiedenen Gesellschaften mit 1-Meter-Spur. Da diese Spur damals recht verbreitet war, konnten etwa 800 Wagen beschafft werden, ein buntes Gemisch, von Personen-, Vieh- und Lastwagen.

Blatt  22 Sanitätszug

Im Februar 1916 brachten die Eisenbahner täglich 22 Züge mit Doppelantrieb ins Rollen. Ab April wurde diese Zahl mit 35 Zügen fast verdoppelt, darunter verschiedene mit Vierfachantrieb. Anfangs fuhr nur ein Sanitätszug pro Tag, bald wurde diese Zahl verdoppelt, dann verdreifacht. Jeder Sanitätszug führte 150 liegende und 150 sitzende Verwundete ab, dazu kam das Arzt und Sanitätspersonal, das ständig in den Wagen wohnte.

Im Februar 1916 führte die Maasbahn täglich 8000 Tonnen Lebensmittel heran; im Juni stieg diese Menge auf 2650 Tonnen. Auch die Zahl der Verwundeten stieg, von 300 im Februar auf 930 im Juni 1916. Im März 1916 transportierte die Maasbahn 4000 Tonnen Lebensmittel oder Material sowie 14775 Menschen, davon 27960 Verwundete. Insgesamt umfasste der Betrieb vom 21. Februar bis zum 1. Juni 1916 115000 Wagen.

So war die Maasbahn eine wirksame Ergänzung der berühmten Straβenverbindung „Voie sacrée“, auf der seit März 1916 500000 Tonnen Material und 400000 Mann transportiert worden waren. Die Maasbahn schaffte es, fünf Sechstel der Lebensmittel für die  2. Armee herbeizuschaffen, welche 16000 Offiziere,  420000 Soldaten sowie 136000 Pferde und Maultiere umfasste. Sie spielte eine entscheidende verkehrstechnische Rolle während der Schlacht von Verdun.

Im Bahnhof von Verdun, während der Schlacht

Sanitätszug, von Tausenden Granateinschlägen durchlöchert

Blatt 23 Individuelle Lebensmittelkarte

Die Lebensmittelknappheit machte sich seit 1915 bemerkbar mit dem Auftauchen des Schwarzbrots und der Entwicklung des Schwarzmarktes. Regelrechte Rationierung wurde ab 1917 eingeführt. Für die Verteilung der Lebensmittelscheine wurde die Bevölkerung in sechs Kategorien eingeteilt: Kinder = E (enfants), Jugendliche = J (jeunes), Erwachsene = A (adultes), Bauern = C (cultivateurs), übrige Arbeiter = T (travailleurs) , Alte = V (vieux)

Blatt 24 Luxemburg, Vorstadt Clausen. Friedhof mit Gräbern deutscher Offiziere

In der Festung Luxemburg gab es bis 1868 eine preuβische Garnison, die in der Unterstadt Clausen einen Friedhof anlegte für die verstorbenen Militärs und ihre Familienangehörigen. Hier wurden während des Ersten Weltkrieges 196 deutsche Gefallene beerdigt. Im zweiten Weltkrieg kamen noch263 hinzu. Der Friedhof steht unter Denkmalschutz.

Blatt 36

Kriegsschäden und Verheerungen im Bereich der Maasbahn

Der Kronprinzbunker wurde während der ersten Monate des Krieges errichtet, sobald sich nach Beendigung des Bewegungskrieges die Front stabilisiert hatte. Die beiden Armeen lagen sich gegenüber und gruben sich ein. Die Arbeiten im Wald begannen wahrscheinlich im Dezember 1914. Der Ort war geschickt gewählt, in dem Sinne, dass die Deutschen eine von Natur aus feste Stellung ausgebaut haben, im Unterholz an einem Abhang. Die Konstruktionen waren zu drei Vierteln vergraben. Die hohen Äste einiger groβer Eichen in der Nähe trugen gepanzerte Beobachtungsstände, auf die man über Leitern gelangte. Die Bunker, nur zwei Kilometer hinter der vorderen Front, dienten als vorgeschobener Befehlsstand für den Generalstand der deutschen Armee des Argonnersektors unter Kronprinz Ruprecht von Bayern

Blatt 37

Stadtzoll-Baracke von Verdun, gegenüber dem Hafen von Galvaude, im Juli 1916

Der Stadtzoll („octroi“) war eine indirekte Steuer, die früher auf der Einfuhr von Waren erhoben wurde. Sie belastete die wichtigsten und rentabelsten Waren wie Wein, Öl, Zucker , Kaffee usw.

Blatt 38

Das Postsystem während des Ersten Weltkrieges – Grenzämter

Ab August 1914 musste die gesamte Korrespondenz für die Rekruten, deren Aufenthalt die Bevölkerung nicht kannte,  zum Magazin ihrer Heeresgruppe gebracht werden, wo sie ein erstes Mal sortiert wurde. Die Korrespondenz für das Heer wurde in die den einzelnen Heeresgruppen zugeordneten Bahnhöfe geleitet, das sie aussonderte und an die Grenzämter weiterleitete. Die se Grenzämter waren Austauschstellen zwischen Zivil- und Militärpost. Dort wurde die Korrespndenz erneut sortiert und an die Zahlämter weitergeleitet, die am 15. Dezember 1914 zu Postämtern geworden waren.

Blatt 39

Das Postsystem während des Ersten Weltkrieges – Bahnpostämter des Heeres

Um die Verbindung zwischen den Grenzämtern zu gewährleisten, wurde am 16. Dezember 1914 ein täglicher Zugdienst eingerichtet, um die frontnahen Bahnhöfe miteinander zu verbinden.

Nach dem Waffenstillstand wurde eine französische Rheinarmee geschaffen, um die Einhaltung der Bestimmungen des Versailler Vertrags zu überwachen. Diese Armee besetzte das Rheinland und das Ruhrgebiet und verfügte über spezielle Postdienste.