Tagesordnung:

1. Olivier Nosbaum stellt das Ergebnis seiner Forschungen zum « Briefmarkenlager » (Magasin du Timbre) im 19. Jahrhundert vor
2. Beiträge der Teilnehmer
3. Andere Mitteilungen der Teilnehmer (z.B. Vorstellung interessanter Briefe, alt oder modern)
4. Freie Aussprache
Eintritt frei

 

Das “Magasin du Timbre” im 19. Jahrhundert: seine Geschichte und seine Rolle in der Post Administration 

Das Magasin du Timbre fand seinen Ursprung durch die königl. Grossherzogliche Verordnung, zur Gründung der « Einregistrirungs- und Domänen-Verwaltung», genannt «Enregistrement» vom 31. Dezember 1841.

Artikel 5 dieser Verordung lautet folgendermassen:
«Das Bureau und das Atelier des Stempels werden von einem Controleur-Stempelbewahrer und einem Stempelschläger bedient, welche unter der Aufsicht und den Befehlen des Direktors stehen.»

Am 4. September 1852, also eine Woche vor der Bekanntmachung der Ausgabe der ersten Luxemburger Briefmarken, schlägt Herr Metz, Administrateur général des finances, in einem Brief an den Direktor der Einregistrierungs- und Domänen-Verwaltung folgendes vor:
«Monsieur le Contrôleur surdit recevra les timbres-postes de M. l’Archiviste du Gouvernement, contre accusé de réception, et conservera pour sa justification les accusés de réception des percepteurs des postes”.

Somit wurde das Enregistrement auch verantwortlich für die Aufbewahrung und Verteilung unserer Briefmarken an die jeweiligen Postanstalten.

Das Gesetz vom 1. März 1875 setzt nochmals die Amtspflichten des Controleur-Stempelbewahrers fest:

Art 2: Außer seinen gewöhnlichen Functionen ist dieser Beamte auch mit der Bewahrung der Post und Telegraphen-Marken, sowie der Correspondenz-Karten beauftragt.

Art.3: Der Stempelbewahrer ist der Gerichtsbarkeit der Rechnungskammer für die Stempelpapiere, die Post- und Telegraphen-Marken und die Correspondenz-Karten, die er in Verwahr hat, unterworfen. Er muß eine jährliche Abrechnung seiner Material-Einnahmen und -Ausgaben vorlegen; diese Vorlegung muß innerhalb dreier Monate nach Ablauf des Jahres stattfinden. Dieser Rechnung werden als Belegstücke beigefügt :

1. Die Empfangsbescheinigungen über die den Einnehmern und Postperceptoren gemachten Sendungen, nebst summarischem Nachweise;

2. Das Verzeichnis der am 31. Dezember im Stempelmagazin befindlichen Stempelpapiere, Post- und Telegraphen-Marken und Correspondenzkarten; dieses Verzeichnis ist von dem höheren Beamten der Verwaltung, welcher mit der Prüfung des Stempelpapiers beauftragt ist, aufzustellen.

 

réception Naumann 12 5c 1865 06 26Commande magasin 1991 07 18Demande magasin 1891 07 21

 

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Am 27. April 2019 werden Ihnen solche Empfangsbescheinigungen, sowohl als auch Verzeichnisse regelmäßiger Inventurprüfungen von Postwertzeichen vorgestellt. Der Vorgang von der Bestellung über die Lieferung bis zur Verteilung der Postwertzeichen im 19. Jahrhundert wird Ihnen erklärt.

Desweiteren geht Olivier Nosbaum noch auf die Amtspflichten der Postdirektion und des Magasin du Timbre ein und zeigt an Hand von einigen Schriftstücken interessante Vorkommnisse aus dem 19. Jahrhundert.