Neuheiten in der Philatelie aus Österreich

100 Jahre Republik Österreich, Vierspännige Personenpost, 100. Todestag von Klimt, Schiele, Moser und Wagner sowie Basilika in Frauenkirchen

100 Jahre Oesterreich100 Jahre Republik Österreich

Nach Ende des Ersten Weltkriegs und dem Untergang der Monarchie wurde 1918 die Republik Österreich ausgerufen. Die Österreichische Post widmet diesem großen Jubiläum eine Sondermarke.

Am 21. Oktober des Jahres 1918 konstituierte sich die provisorische Nationalversammlung, in der Folge wurden ein provisorisches Grundgesetz beschlossen und eine Staatsregierung eingerichtet. Erster Staatskanzler war der Sozialdemokrat Dr. Karl Renner.

Die Proklamation der Republik Deutsch-Österreich, wie sie damals hieß, erfolgte am 12. November 1918 vor Hunderttausenden Menschen, die sich vor dem Parlament am Ring versammelt hatten. Kaiser Karl I. hatte am Tag zuvor auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften verzichtet. Am gleichen Tag wurde zudem das Frauenwahlrecht beschlossen, dass erstmals bei den Wahlen zur konstituierenden Nationalversammlung am 16. Februar 1919 zum Tragen kam. Im Zuge des Friedensvertrags von Saint-Germain im selben Jahr wurde „Republik Österreich“ als der neue Name des Staates festgelegt sowie ein Anschlussverbot an Deutschland beschlossen.

Die Sondermarke zeigt das Parlament Wien, den zentralen Ort der Demokratie, zu der sich Österreich bekennt. Auf der Rampe vor dem Parlament war es auch, von wo aus 1918 der neue Staat ausgerufen wurde. Besonders hervorgehoben wird auf der Briefmarke die Figur der Pallas Athene; sie sollte schon beim Bau des Parlaments (1874-1983) als Symbolfigur für den noch jungen Parlamentarismus dienen. Pallas Athene ist die griechische Göttin der Weisheit, des Krieges und des Friedens. Die Farbe Gold, die auf der Briefmarke besonders hervorsticht, galt schon in frühesten Zeiten als Farbe der Götter und symbolisiert Reichtum und Weisheit.

Nennwert: 0,80 Euro, Grafikentwurf: Helmut Andexlinger, Druck: Joh. Enschedé Stamps B.V., Ausgabetag: 23. August 2018.

 

PersonenpostVierspännige Personenpost

Das diesjährige Motiv aus der nun bereits seit fünf Jahren ausgegebenen Serie „Historische Postfahrzeuge“ zeigt einen Personenpostwagen auf der Passhöhe der Tauernstraße. Der vierspännige Wagen transportiert neben Poststücken auch Passagiere und ihr Gepäck, das auf dem Dach befestigt ist. Die Kutsche scheint mit hoher Geschwindigkeit unterwegs zu sein – die Straße wirkt ungewöhnlich gut befestigt und wohl auch viel befahren. Der Postkutscher ist im Schatten des Vordachs des Wagens kaum zu sehen.

Auf dem Markenblock ist im Hintergrund der von einer Mauer umgebene Tauernfriedhof mit der kleinen Kapelle zu sehen, an dem die Postkutsche gerade vorüberfährt. Im Mittelalter dienten „Tauernhäuser“ Reisenden als Rastplatz und Herberge.

Fürsterzbischof Sigismund Graf Schrattenbach ließ Mitte des 18. Jahrhunderts die Postunion Untertauern errichten. Die Post verkehrte nun regelmäßig zweimal wöchentlich über die Tauernstrasse. Im 19. Jahrhundert wurde die Frequenz der Postfahrten weiter erhöht und ab 1885 fuhr die Postkutsche täglich über den Tauernpass. Die alte Poststation wurde später zum Post- und Telegraphenamt; heute beherbergt sie den „Gasthof zur Post“. Erst mit dem Aufkommen der Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhundert verlor die Fahrpost allmählich an Bedeutung.

Nennwert: 2,10 Euro, Grafikentwurf: Regina Simon, Druck: Joh. Enschedé Stamps B.V., Ausgabetag: 24. Ausgust 2018.

 

Klimt Schiele Moser Wagner100. Todestag von Klimt, Schiele, Moser und Wagner

Im Jahr 1918 verstarben vier der bedeutendsten Künstler dieser Epoche: Gustav Klimt, Egon Schiele, Koloman Moser und Otto Wagner. Nun werden sie gemeinsam auf einem Markenblock gewürdigt. Die Zeit um 1900 war die Blütezeit von Kunst und Kultur in Wien. 1897 wurde die Künstlervereinigung Wiener Secession gegründet.

Otto Wagner, 1841 geboren, prägt mit seinen Bauten die Stadt Wien bis heute. Während an der Wiener Ringstraße noch historische Gebäude vorherrschen, zeigen sein Postsparkassen-gebäude, seine Kirche am Steinhof oder sein Kaiserpavillon das Aufkommen des Jugendstils.

Der 1862 geborene Gustav Klimt war der erste Präsident der Wiener Secession; im Secessionsgebäude ist auch eines seiner Hauptwerke, der Beethovenfries, ausgestellt. Zu seinen weltweit berühmtesten Gemälde zählen u. a. „Der Kuss“, die „Goldene Adele“ oder seine Landschaftsbilder der Region Attersse.

Koloman Moser, 1868 geboren, ist vor allem als Grafiker und Kunsthandwerker bekannt. So gestaltete er etwa zahlreiche Plakate, Buchumschläge, Postkarten, Banknoten und auch Briefmarken. Zudem entwarf er Möbel und Wohntextilien sowie Glasfenster, etwa für die Kirche am Steinhof.

1890 wurde Egon Schiele geboren. Er wandte sich bald vom Jugendstil ab und entwickelte den Expressionismus in Österreich maßgeblich mit. Vor allem seine Aktzeichnungen und Selbstporträts zeugen von seiner Genialität und seinem charakteristischen Umgang mit Farben und Formen.

Auf dem Markenblock zu sehen sind die Gemälde „Frühling“ von Koloman Moser sowie „Tod und Leben“ von Gustav Klimt, eine Stadtbahnstation von Otto Wagner und ein Selbstbildnis von Egon Schiele.

Nennwert: 3,20 Euro, Grafikentwurf: Anita Kern, Druck: Joh. Enschedé Stamps B.V., Ausgabetag: 24. August 2018.

 

Basilika FrauenkirchenBasilika Frauenkirchen

Mit einer Sondermarke aus der Serie „Kirchen in Österreich“ wird eine der schönsten Barockkirchen im Burgenland gewürdigt: die Basilika zu Mariä Geburt in Frauenkirchen. Bereits im Mittelalter pilgerten Gläubige nach Frauenkirchen im Bezirk Neusiedl am See – damals in Ungarn gelegen –, um ein Bildnis der stillenden Maria in einer kleinen Kapelle zu verehren. Nach der Zerstörung während der Ersten Wiener Türkenbelagerung 1529 wurde erst lange Zeit danach wieder eine Kirche errichtet; um 1678 wurde ein Franziskanerkloster angeschlossen. Kirche und Kloster wurden jedoch im Zuge der Zweiten Türkenbelagerung 1683 völlig zerstört. Fürst Paul I. Esterhazy ließ jedoch bald darauf beides wieder neu erbauen. 1990 wurde Frauenkirchen zur Basilica minor erhoben.

Man schrieb das Jahr 1695, als Francesco Martinelli mit dem Bau der neuen Kirche beauftragt wurde. Das Ergebnis ist die prachtvolle barocke Basilika „Mariä Geburt“ oder „Maria auf der Heide“. Die Mariensäule, die auf der Sondermarke hervorgehoben wird, steht links vor der Kirche und zeigt eine Statue der Maria Immaculata über einem Sockel mit vier Engeln. Rechts vom Kirchenbau befindet sich die Annasäule. Der Kalvarienberg Frauenkirchen führt zu einer Steineren Kreuzigungsgruppe aus dem Jahr 1759. Die Madonnenfigur aus Holz stammt aus der Zeit um 1240 und war ein Geschenk des Fürsten Esterhazy an die Kirche. jw

Nennwert: 0,80 Euro, Grafikentwurf: Kirsten Lubach, Druck: Joh. Enschedé Stamps B.V., Ausgabetag: 8. September 2018.

 

Luxemburger Wort vom Donnerstag, 30. August 2018