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Die Herrscher Luxemburgs Drucken E-Mail
Postgeschichte
Geschrieben von: Fernand Rasquin   
Montag, den 24. Mai 2010 um 17:02 Uhr
 
DIE HERRSCHER LUXEMBURGS
DIE LUXEMBURGER GRAFEN
HAUS LUXEMBURG
(ARDENNER GRAFEN)
 
 963 –  987
Siegfried (915 ? – 987)
Tauschte 963 seinen Besitz Feulen gegen einen Wehrturm („castellum“) auf dem  
„Bockfelsen“ in „ Lucilinburhuc“ an der Alzette und errichtete dort eine regelrechte Burg.
Seine Tochter Kunigunde (gestorben 1033) hatte Heinrich von Bayern geheiratet,
der als Heinrich II. König (1002) und Kaiser (1014) wurde.
Laut einigen Historikern hat es zwei Herren mit Namen Siegfried gegeben;
der zweite hätte von 987 - 998 regiert.  
 998 – 1026
Heinrich I. (vor 964  – 1026)
Sohn  Siegfrieds; von 1004 bis 1009 und von 1017 bis 1026 ebenfalls Herzog von Bayern.
1026 – 1047
Heinrich II. (um 990  – 1047)
Neffe Heinrichs I. Ebenfalls Herzog von Bayern (als Heinrich VII.) von 1042 bis 1047
1047 – 1059
Giselbert (995/97 ? – 1059)
Bruder des Vorigen. Ließ die zweite Ringmauer der Stadt Luxemburg errichten.
1059 – 1086
Konrad I. (vor 1040 – 1086)
Sohn des Vorigen; gestorben auf der Rückkehr von einer Pilgerreise nach Palästina.
1086 – 1096
Heinrich III. (vor 1070 – 1096)
Sohn des Vorigen. Unverheiratet, kinderlos.
1096 – 1129
Wilhelm (um 1070 – 1129)
Jüngerer Bruder des Vorigen.
1129 – 1136
Konrad II. (um 1106 – 1136)
Einziger Sohn des Vorigen; ohne direkten Nachfahren gestorben.
HAUS LUXEMBURG – NAMUR
 
1136 – 1196
Heinrich IV. (1113 – 1196)
Genannt „der Blinde“. Enkel Konrads I. Von Friedrich Barbarossa mit der Grafschaft Luxemburg
belehnt. Erbte Durbuy und Laroche.
1196 – 1247
Ermesinde (1186 – 1247)
Tochter des Vorigen. In 1. Ehe mit Theobald von Bar, in 2. mit Walram von Limburg verheiratet.
Erbte von Theobald (gestorben 1214) die Herrschaft Marville, von Walram (gestorben 1226) die
Markgrafschaft Arlon. Gab Echternach (1236), Thionville (1239) und Luxemburg (1244) den
Freiheitsbrief. Erwarb Falkenstein, Bitburg und Dahl in der Eifel. Gestorben am 17.2.1247.
HAUS LUXEMBURG – LIMBURG
 
1247 – 1281
Heinrich V. (um 1217 – 1281)
Gen. „ der Blonde“. Sohn Ermesindes und Walrams von Limburg. Herzog von Namur (1253-81).
1281 – 1288
Heinrich VI. (1252/53 ? – 1288)
Sohn des Vorigen; gefallen am 5.6.1288 in der Schlacht von Worringen.
1288 – 1313
Henri VII. (1274 – 1313)
Sohn des Vorigen; König von 1308 bis 1313 und Kaiser von 1312 bis 1313.
Verheiratet mit Margareta von Brabant. Gestorben am 24.8.1313 beim Italienfeldzug.
1313 – 1346
Johann  (1296 – 1346)
Gen. „der Blinde“. Sohn des Vorigen. König von Böhmen. Gefallen in der Schlacht von Crécy.
Gründete 1340 die Handelsmesse (« Schobermesse ») von Luxemburg.
Seine Schwester Marie hatte Karl IV.,  König von Frankreich, geheiratet.
1346 – 1353
Karl IV. (1316 – 1378)
Sohn aus der 1. Heirat Johanns des Blinden mit Elisabeth von Böhmen. König von Böhmen.
Kaiser von 1347 bis 1378. Verwaltete  Luxemburg für seinen minderjährigen Bruder Wenzel,
interessierte sich aber so wenig dafür, dass er es an seinen Onkel Balduin, Erzbischof und
Kurfürst von Trier, verpfändete. Vater der Kaiser Wenzel II. und Sigismund.
DIE HERZÖGE
 
1353 – 1383
Wenzel I. (1337 – 83)
Sohn aus der 2. Heirat Johanns des Blinden mit Beatrix von Bourbon. Stiefbruder Karls IV.
1354 zum Reichsfürsten und Herzog von Luxemburg erhoben. Herzog von Brabant und Limburg
durch seine Heirat mit Johanna von Brabant. Befreite das Land von seinen Schulden und erwarb
die Grafschaft Chiny. Ohne direkten Nachfolger auf Schloss Luxemburg am 8.12.1283 gestorben.
Nach ihm ist die dritte Ringmauer der Stadt benannt.
ZEIT DER PFANDHERRSCHAFT
War in großem Durcheinander / von Luxemburg das große Herzogtum.
Jeder wurde dort ausgeraubt , Kaufleute wagten dort nicht zu handeln
noch der Bauer zu ackern. / Es herrschte dort nur Raub.      (Chronik von Floreffe)
Rechtmäßige Erben                                Teilten sich mit den Pfandherren den Landestitel und vererbten ihn an ihre Nachkommen.
 
1383 – 1419
Wenzel II. (1361 – 1419)
Genannt  „der Faule“. Sohn aus der 3. Heirat Karls IV. Kaiser seit 1378, 1400 abgesetzt;
König von Böhmen von 1378 bis 1419.
Verpfändete 1388 Luxemburg und Chiny an seinen Vetter Jobst von Mähren.
1419 – 1437
Sigismund (1368 – 1437)
Bruder Wenzels II. Dt.-röm. König ab 1411, Kaiser ab 1433. Seit 1419 König von Böhmen.
1437 – 1439
Albrecht von Österreich
(1397 – 1439)
Verheiratet mit Elisabeth, der ältesten Tochter Sigismunds. Ab 1438 dt.-römischer König und
König von Ungarn. Nach seinem Tod trat Elisabeth ihre Rechte an seinen Schwiegersohn, den
Markgrafen Wilhelm III. von Sachsen-Meißen ab.
1439 – 1443
Wilhelm von Sachsen-Meißen
Verkaufte am 29.12.1443 seine Rechte als Herzog von Luxemburg an Philippe von Burgund.
Pfandherren                                          Durften den Landestitel tragen, das Land ausbeuten und weiter verkaufen, aber nicht vererben.
 
1388 – 1411
Jobst von Mähren
Neffe Karls IV., Vetter Wenzels II. Markgraf von Mähren (1375 - 1411).
Verpfändete 1402 das Herzogtum und die Grafschaft Chiny an Louis d’Orléans, Bruder des
Königs von Frankreich, gegen 100.000 Golddukate. Nach der Ermordung Ludwigs in Paris im
Jahre1407, übernahm er die Gebiete wieder bis zu seinem Tod.
1411 -1451
Elisabeth von Görlitz
(1390 – 1451)
Nichte Wenzels II. In erster Ehe verheiratet mit Anton von Burgund, Herzog von Brabant und
Limburg. Da Wenzel II. (ihr Vormund) ihr die Mitgift nicht zahlen konnte, gab er ihr Luxemburg
zum Pfand.  Sie verkaufte  am 4.10.1441 durch den Vertrag von Hesdin ihre Pfandrechte an ihren
Neffen Philipp den Guten von Burgund. Durch die heftige Gegnerschaft der Luxemburger Stände
und einen Volksaufstand aus Luxemburg vertrieben, rief sie Philipp zu Hilfe, der 1443 die
Festung durch einen Überraschungscoup eroberte. Gestorben am 3.7.1451 in Trier. Letzte der
deutschen Linie des Hauses Luxemburg.
 
PERIODE DER FREMDHERRSCHAFT
 
HAUS  BURGUND
 
1443 – 1467
Philippe der Gute (1396 -1467)
Herzog von Burgund. Überrumpelte die Festung Luxemburg in der Nacht vom 21. auf den 22.
November 1443 und überließ sie seinen Soldaten zur Plünderung.
Erst nach dem Tod Elisabeths von Görlitz leisteten die Luxemburger Stände ihm den Treueeid.
Den Titel eines Herzogs von Luxemburg aber trug er nie.
1467 – 1477
Karl der Kühne (1433 – 1477)
Sohn des Vorigen. Herzog von Burgund. Gefallen bei Nancy.
1477 – 1482
Maria von Burgund
(1457 – 1482)
Starb infolge eines Reitunfalls bei der Hirschjagd. Verheiratet mit Maximilian, Erzherzog von
Österreich, dt.-römischer König ab 1486, Kaiser von 1493 bis 1519.
1482 – 1494
Maximilian (1459 – 1519) Regent für seinen minderjährigen Sohn Philipp.
1482/94 – 1506
Philippe der Schöne
(1778 – 1506)
Sohn Maximilians und Marias. Seit 1494 König von Kastilien und León  durch seine Heirat
 mit Johanna der Wahnsinnigen. Vater Karls V.
1506 – 1515 Maximilian (1459 – 1519)
Regent  (ab 1507 mit seiner Tochter, Erzherzogin Margarete von Österreich, Statthalterin der
Niederlande) für seinen am burgundischen Hof in Mecheln aufwachsenden Enkel Karl.
HAUS HABSBURG (SPANISCHER ZWEIG)  
1515 – 1555 Karl V. (1500 – 1558)
Herzog von Luxemburg (seit seiner Geburt) und Burgund (1506). Dt.-römischer König (1520)
und Kaiser (1530) ; König von Spanien (1516 -1556) und beider Sizilien.
1555 – 1598 Philipp II. (1527 – 1598) König von Spanien.Herzog von Luxemburg (1555 - 1598)
1598 – 1621 Albrecht und Isabella
Genannt „die Erzherzöge“. Philipp II. hatte seiner Tochter Isabella (1566 – 1633) die Niederlande
zur Mitgift gegeben, als sie den Erzherzog Albrecht von Österreich (1559 -1621) heiratete. Da das
Paar, das von Brüssel aus regierte, keine Kinder hatte, fielen die Niederlande beim Tode
Albrechts zurück an Spanien. Isabella blieb aber Statthalterin bis zu ihrem Tode.
1621 – 1665
Philippe IV. (1605 – 1665)
König von Spanien.
1665 – 1684 Karl II. (1661 – 1700) König von Spanien.
FRANZÖSISCHE HERRSCHAFT  
1684 – 1697 Ludwig XIV. (1638 – 1715)
König von Frankreich. Eroberte die Festung 1684. Die größten Teile des Gebietes waren schon ab
1681 von den Franzosen besetzt.
HAUS HABSBURG (SPANISCHER ZWEIG)  
1697 – 1700 Karl II. (1661 – 1700)
König von Spanien (gestorben am 1. November 1700). Hatte zunächst testamentarisch den Sohn
des Erzherzogs Max-Emanuel von Bayern  zum Nachfolger bestimmt. Das Kind war aber mit sechs
Jahren gestorben. Nach mancherlei Intrigen bestimmte er schließlich kurz vor seinem Tode
den Enkel Ludwigs XIV.,Philippe d’Anjou, zum Erben.
HAUS BOURBON (SPANISCHER ZWEIG)  
1700 – 1711 Philipp von Anjou (1683-1746)
König von Spanien (Felipe V). Enkel Ludwigs XIV. Musste seinen Thron gegen die Habsburger
und ihre Verbündeten (England und Holland) im Spanischen Erbfolgekrieg verteidigen.
1711 - 1714 Max-Emmanuel (1662 – 1726)
Kurfürst von Bayern. Statthalter der Niederlande seit 1697. Von 1711 bis 1714 Herzog von
Namur und Luxemburg.
HAUS HABSBURG (ÖSTERREICHISCHER ZWEIG)  
1714 – 1740 Karl VI. (1685 – 1740) Erzherzog von Österreich. Kaiser von 1711 bis 1740.
1740 – 1780 Maria-Theresia (1717 – 1780)
Tochter des Vorigen. Erzherzogin von Österreich und Königin von Böhmen und Ungarn von
1740 bis 1780. Kaiserin durch ihre Heirat mit Franz von Lothringen, Kaiser von 1745 bis 1765.
1780 – 1790 Josef II. (1741 – 1790) Ältester Sohn Maria-Theresias. Erzherzog von Österreich (1780 – 1790). Kaiser (1765 bis 1790).
1790 – 1792 Léopold II. (1747 – 1792) Bruder des Vorigen. Erzherzog von Österreich (1790 – 1792). Kaiser (1790 bis 1792).
1792 – 1795 Franz II. (1768 – 1835) Sohn des Vorigen. Erzherzog von Österreich (1792 – 1835). Kaiser (1792 bis 1835).
FRANZÖSISCHE HERRSCHAFT  
1795 – 1799 Directoire  
1799 – 1814 Napoléon (1769 – 1821) Erster Konsul (1799 – 1804) und Kaiser (1804 – 1814).
DIE GROSSHERZÖGE  
HAUS ORANIEN-NASSAU  
1815 – 1840 Wilhelm I. (1772 – 1843) Prinz von Oranien-Nassau; König der Niederlande. Dankte am 7.10.1840 ab.
 
PERIODE DER UNABHÄNGIGKEIT
 
1840 – 1849 Wilhelm II. (1792 – 1849) Sohn des Vorigen. König der Niederlande. Schuf eigenständige Luxemburger Verwaltungen.
1849 – 1890 Wilhelm III. (1817- 1890)
Sohn des Vorigen. König der Niederlande. Hinterließ nur Töchter. Sein Bruder, Prinz Heinrich,
Statthalter für Luxemburg von 1850 bis zu seinem Tod 1879.
HAUS NASSAU-WEILBURG  
1890 – 1905 Adolf (1817 – 1905)
Gelangte auf den Thron durch den Familienpakt der Nassauer, der die weibliche Nachfolge
ausschloss (und nicht für die Niederlande galt, wo Wilhelmina den Thron bestieg).
1905 – 1912 Wilhelm IV. (1852 – 1912)
Sohn des Vorigen. Von 1908 bis 1912 übte seine Gemahlin Marie-Anna von Braganza die
Regentschaft aus. Am 6 Juli 1907 stimmte die Kammer eine neue Nachfolgeregelung.
1912 – 1919 Marie-Adelheid (1894 – 1924) Älteste Tochter Wilhelms IV.  Dankte am 9.1.1919 zugunsten ihrer Schwester Charlotte ab.
1919 – 1964 Charlotte (1896 – 1985) Im Exil vom 10. Mai 1940 bis 14. April 1945.
1964 – 2000 Jean (1921 - …) Ältester Sohn Charlottes. Stellvertreter seiner Mutter von 1961 bis1964. Dankte 2000 ab.
2000 – 20... Henri (1955 - …) Ältester Sohn Jeans. Stellvertreter seines Vaters von 1988 bis 2000.

Quellen

Jos Groben: L’Ancien Duché de Luxembourg. Luxembourg, 1999.

J.P. Koltz : Baugeschichte der Stadt und Festung Luxemburg, I. Band, 2. Auflage, Luxemburg 1970.

Paul Margue : Luxemburg in Mittelalter und Neuzeit (Band II des Handbuchs der Luxemburger Geschichte). Luxemburg, 1974.

Jean Schoos : Le développement politique et territorial du Pays de Luxembourg dans la première moitié du XIIIème siècle. PSH, Volume LXXI, Luxembourg, 1950.

Gilbert Trausch : Le Luxembourg sous l’Ancien Régime (Volume III du Manuel d’histoire luxembourgeoise). 3e édition. Luxembourg, 1993.

Gilbert Trausch : Le Luxembourg à l’époque contemporaine (Volume IV du Manuel d’histoire luxembourgeoise). Luxembourg, 1975.

Paul Weber: Geschichte des Luxemburger Landes. Luxemburg, 1939.

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 29. August 2010 um 18:08 Uhr
 
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