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Generalgouvernement für das Wälderdepartement 1814-1815 Drucken E-Mail
Postgeschichte
Geschrieben von: Ady CHRISTOFFEL   
Mittwoch, den 09. Juni 2010 um 19:09 Uhr
 
 
Generalgouvernement für das Wälderdepartement 1814-1815
 

     Nach den ersten Niederlagen Napoleons schlossen die Verbündeten Hohen Mächte, Österreich, Russland und Preußen 1813 die Konvention von Leipzig, mit der die zivile und militärische Verwaltung der zurückeroberten Gebiete unter dem Freiherrn vom und zum Stein geregelt wurde.

     Schon Anfang 1814 wurden Generalgouvernements links des Rheins entsprechend den Kampflinien der Alliierten geschaffen, und preußischen, österreichischen bzw. russischen Kommissaren anvertraut. Die Generalgouvernements hatten die Verwaltung des Landes und der Finanzen sowie die Versorgung der Truppen als Aufgabe.

     In der Nacht zum 1. Januar 1814 überschritten die Alliierten den Rhein. Am 15. Januar wurde die Festung Luxemburg eingeschlossen, zuerst von preußischen Truppen, Ende des Monats von hessischen

     Am 2. Februar 1814 wurden die Departements Rhein-Mosel, Saar und Donnersberg zum Generalgouvernement Mittelrhein unter der Leitung von Justus Gruner vereinigt, er hatte seinen Sitz zunächst in Trier, dann in Koblenz und später in Mainz.

     Am 9. März 1814 wurde das Wälderdepartement unter dem Intendanten des Departements der Saar, dem Kommissar Athenstaedt, dem Generalgouvernement Mittelrhein, angegliedert. Athenstaedt hatte seinen Sitz in Echternach, da die Festung noch immer von den Franzosen besetzt war. Die Dienste der Justiz und die Kasse der Post hatten sich ebenfalls in Echternach niedergelassen.

     Justus Gruner stand in russischen Diensten, seine Verordnungen trugen zwei Daten, nach dem gregorianischen und dem julianischen Kalender.

     Mit den in der Festung belagerten Franzosen wurde am 6. April 1814 ein Waffenstillstand unterzeichnet. Am 3. Mai verließ die französische Garnison die Festung, und hessische Truppen unter dem Kurfürsten von Hessen zogen ein. Der österreichische General der Infanterie Desfours überwachte die Übergabe der Festung, er sollte für zwei Monate ihr Gouverneur sein, mit hessischen Truppen als Garnison (die Regimenter Kurprinz und Landgraf Carl, die Batterie Koeler sowie eine Abteilung von 40 Reitern zu seinen Diensten).

 

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Unterschrift des Festungskommandanten Desfours

 

     Sobald bekannt war, dass die Festung Anfang Mai geräumt würde, zogen die russischen Corps zum Rhein in Richtung Heimat. Die Truppen des Generals Cherbatoff verließen Marche mit 15.000 Mann Infanterie und 5.500  Mann Kavallerie. Am 13. Mai waren sie in Luxemburg, am 15. in Grevenmacher und am 16. in Trier. Die Lücke wurde durch eine preußische Brigade gefüllt, unter dem Kommando von General-Major Pirch 2 (so lautete seine Unterschrift!), der sein Hauptquartier nach Arlon verlegte.

Unterschrift und Siegel des General-Majors Pirch 2

 

Siegel des General-Majors Pirch2, Kommandant einer Brigade in Arlon

Unterschrift und Siegel des General-Majors Pirch 2, Kommandant einer Brigade in Arlon

 

     Mitte Mai wurde der Kommissar Athenstaedt von Schmitz-Grollenburg abgelöst; dieser konnte sich nun in der Hauptstadt niederlassen.

     Gemäß dem 1. Pariser Frieden vom 30. Mai 1814 endete die Zentralverwaltung der Alliierten zum 15. Juni. Die Verwaltung der einzelnen Gebiete wurde Preußen, Österreich und Bayern übertragen, und zwar jene südlich der Mosel an Österreich und Bayern, jene nördlich der Mosel an Preußen, das die Departements Roer, Niedermaas, Ourthe, Rhein-Mosel, Wälder, Saar und Donnersberg in einem Generalgouvernement Nieder-und-Mittelrhein unter der Leitung von Sack vereinigt, der seinen Sitz in Aachen hatte.

     Aber erst am 7. 1814 Juli erteilte der Festungsgouverneur Desfours den Befehl, den Austausch der hessischen Truppen durch die preußischen zu vollziehen.

Preußisches Siegel

Preußisches Siegel  KOENIG :PR :KOMMANDANTUR
DER FESTUNG / LUXEMBOURG

     Am 12. Mai 1815 beauftragte der König der Niederlande den Generalkommissar Verstolck de Soelen, in seinem Namen von den belgischen Provinzen, Luxemburg einbegriffen, Besitz zu ergreifen. Damit endete das Generalgouvernement Nieder-und-Mittelrhein.

 

Brief an Verstolck de Soelen

 

     In der folgenden Woche reiste der Generalgouvernements-Commissär Schmitz-Grollenburg ab.

     Direktorialrat Willmar wurde beauftragt, die provisorische Verwaltung des Großherzogtums Luxemburg zu übernehmen. Er wurde später Zivilgouverneur.

Bild 6

 Königlich-preußische Artillerie Brigade

 


 

Bibliografie und Quellen

Plotho, Carl von. Der Krieg in Deutschland und Frankreich in den Jahren 1813 und 1814, Berlin 1817

Renouard, C. Die Kurhessen im Feldzuge von 1814, Gotha 1857

Medinger, Paul. La Campagne de France et le Blocus de Luxembourg, Luxembourg 1917

Weber, Paul. Geschichtes des Luxemburger Landes. Luxemburg 1939 (1948)

Koltz J.-P., Baugeschichte der Stadt und Festung Luxemburg, 2. Auflage, Luxemburg 1970

Calmes, Albert. Naissance et Débuts du Grand-Duché, 1814-1830. Luxembourg 1971

Trausch Gilbert. Le Luxembourg sous l’Ancien Régime. Luxembourg 1986

Calmes, Christian. Création et Formation d’un Pays. Luxembourg 1989

Van der Linden, James. USA-G.D. Luxembourg, Une relation postale par 4 voies. Cat. Soluphil 2006

Christoffel, Ady. Echternach zur Zeit der Generalgouvernements. In: 1350e  Anniversaire de la Naissance de Saint Willibrord. Luxembourg 2008

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 31. August 2010 um 23:06 Uhr
 
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